20. Jahrhundert

1994

Westerode hat ca. 1000 Einwohner.

1993

1993 wird Westerode in das Dorferneuerungsprogramm des Landes Niedersachsen aufgenommen.

1990

07. - 09.09.1990 - Dorffest

… mehr zum Dorffest 1990

1983

1983 wird ein großes Dorfgemeinschaftsfest gefeiert, an dem alle ortsansässigen Gruppen und Vereine beteiligt waren.

1972

1972 erfolgt im Zuge der Gemeindereform der Anschluss an Bad Harzburg. Danach wird in den Räumen der ehem. Gemeindeverwaltung der Kindergarten einge­richtet.

1965

Die Quellesiedlung entsteht.

1964

In diesem Jahr beginnt der Bau der Kanalisation.

1962

1962 wird die neue Schule gebaut. Im alten Schulgebäude wurde das Dorfgemein­schaftshaus mit einer Bücherei und der Gemeindeverwaltung eingerichtet.

1959

Die alte Leichenhalle wird abgerissen und die Friedhofskapelle wird errichtet.

1955

Die alte große Glocke aus der Westeröder Kirche wurde im 2. Weltkrieg eingeschmolzen. 1955 bekam unsere Kirche zwei neue Glocken.

1946 - 1947

Bei der Typhusepidemie gibt es in Westerode ca. 60 Todesfälle.

1939 - 1945

Im 2. Weltkrieg bleibt unser Dorf von Zerstörungen durch direkte Kriegsein­wirkungen weitgehend verschont. Bei Kriegsende, als die Munitionsfabrik 'Muna' im Schimmerwald gesprengt wird, gibt es allerdings an vielen Gebäuden Schäden.

An Gefallenen und Vermissten hat Westerode 64 Männer zu beklagen. Da schon während des Krieges viele Menschen aufgenommen werden mussten, die aus den großen Städten evakuiert waren und danach der Flüchtlingsstrom einsetzte, erhöhte sich die Einwohnerzahl auf ca. 1500.

1932

Bau der ehemaligen Badeanstalt.

1926

Das Begräbnis von Kantor Eimbeck!

Mein Großvater, Hugo Beuleke, war in Westerode in den zwanziger- und dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts für die Fahrten mit dem Leichenwagen zuständig.
Der Leichenwagen gehörte der Gemeinde und war in einem kleinen Gebäude auf dem Friedhof untergebracht. Bei Bedarf wurden dann zwei Pferde davor gespannt.

Im Jahr 1926 verstarb Kantor Eimbeck im Fritz-König-Stift in Bad Harzburg. Mein Großvater hatte die Aufgabe, den Sarg mit dem Verstorbenen mit dem Leichenwagen nach Westerode zum Begräbnis zu holen.

Als er dann die Ilsenburger Straße hinunterfuhr, begegnete ihm ein Bekannter, der ihn fragte:

„Na Hugo, wen hast dau denn da inne?“ „Den alten Kantor Eimbeck“, antwortete er und bekam dann mit auf den Weg:
„Mit dem fahr man noch mal orndlich Galopp, dei hat dich doch inne Schaule enuch estritzet.“

So fuhren sie weiter den Fillerbrink (Geismarstraße) hoch Richtung Steinbruchsecke. Als sie um die damals noch sehr scharfe und steile Kurve herumfuhren und es bergab ging, zog Hugo die Bremse scharf an. Dabei „gnuppte“ sie über das Gewinde und der Leichenwagen machte einen Ruck nach vorne, wodurch sich die Pferde so erschraken, dass sie durchgingen. Auf der abschüssigen Sandstraße gab es kein Halten mehr. Heinrich „Kaninchenborman“ der als Gemeindediener und Totengräber mitfuhr, sprang vor Angst kurz vor der unteren Kurve ab.

Zu allem Unglück nahte auch noch ein Zug auf der alten Bahnstrecke nach Ilsenburg. Die Schrankenwärterin Frau Marquardt hatte die Schranken bereits heruntergekurbelt, als sie das Unglücksfahrzeug auf sich zukommen sah. Geistesgegenwärtig drehte sie die Schranken wieder hoch, um das rasende Leichengespann noch vor dem Zug durchzulassen.

Kurz vor dem Bahnübergang brach das Gespann aber nach links aus und fuhr genau mit der Deichsel auf einem Apfelbaum zu. Die Pferde nahmen den noch etwas geschmeidigen Baum genau in die Mitte und kamen somit endlich zum Stehen. Der Sarg auf dem Leichenwagen rutschte dabei nach vorne und landete schließlich auf dem Acker.

Hugo brach sich bei diesem Unfall ein Schlüsselbein, Heinrich Bormann brach sich bei seinem Absprung eine Hand, der alte Kantor Eimbeck hatte die Beine noch mal angezogen und der Ratschlag von Hugos Bekanntem aus der Ilsenburger Straße war in die Tat umgesetzt worden.

Die Geschichte geht aber noch weiter:
Im Trauerhaus wartete die Trauergesellschaft mit dem Pastor auf den Sarg mit dem Verstorbenen. Man schickte schließlich dem Leichenwagen zwei Männer entgegen, die schauen sollten, wo er bleibt. Die kamen dann aber vorerst auch nicht wieder, denn es musste ja erst der Sarg wieder aufgeladen werden, und die Pferde mussten wieder eingefangen werden. 
Bei der Beisetzung, die mit großer Verspätung doch noch an diesem Tage stattfand, gab es noch ein weiteres Missgeschick: In das leere Grab, bei dessen Aushub wohl eine Wasserader angeschnitten wurde, war so viel Wasser gelaufen, dass es beim Herablassen des Sarges an den Seiten hoch spritzte und die Trauergesellschaft nochmals in großen Schrecken versetzte.

Günter Beuleke (2005)

1922

Baubeginn in der Siedlung, heute Fasanenstraße.

Es wird ein neues Klassenzimmer in der ehemaligen Scheune des Schulgebäudes eingerichtet.

1914 - 1918

Im 1. Weltkrieg sind 25 Männer aus Westerode gefallen oder vermisst. Die Tafel mit den Namen steht neben dem großen Gedenkstein für beide Weltkriege südlich der Kirche.

1900

Um die Jahrhundertwende hat Westerode 844 Einwohner, 196 Haushaltungen und 78 Wohngebäude.