15. Jahrhundert
Das 15. Jahrhundert in Westerode
1440

. 1440 ist die Jahreszahl der kleinen Glocke, die im Kirchturm hängt. Sie stammt aus der alten Kirche von Westerode, die Kapelle genannt wurde. Die Kapelle war dem heiligen Nikolaus geweiht. Ihr Alter mag bis in das 13. oder 14. Jahrhundert zurückreichen. Sie befand sich in der Mitte des Dorfes am Ostufer des Maschbaches, dem ehemaligen Backhaus gegenüber, auf dem heutigen Grundstück Krugstr. 12.
Ein kleiner Schweinekoven auf dem Hof Krugstr. 12 in der Nähe der Ostseite des jetzigen Hauses ist aus Steinen der ehemaligen Kapelle gefügt. Wie früher üblich , befand sich der KIrchhof – Friedhof um die KIrche bzw. an der Kirche. Eine alte Nachricht, wohl von Pastor Giesecke um 1740, weisst darauf hin,
Das alte Kirchengebäude ist in bischöflicher Zierde (Tafel und Hirtenstab) an der Kirchenvorwand gemalt mit groben Pinsel und nach Tischlerkunst, so künstlich gemalt zeigen sich auch die ihm folgenden 12 Apostel an dieser Nordseite und an dieser Nordseite und an der Ost- und Südseite der Kirchenwand. Am Balken sind feiner gemalte Bilder fliegender Engel, davon jeglicher auf einem Zettel, ein Stück hat von dem augustisch-ambrosischen Lobgesang. Diese feinen Gemälde kann man für solche halten, die viel jünger als die Standbilder. Denn einst ist die Kirche in lutherischen Zeiten ausgebessert worden. Herzog Heinrich Julius (reg. 1589-1613) hat zu der inwendigen Ausbesserung der Kirche nötiges Holz und Blech geschenkt,
Die Kapelle wurde im 30-jährigen Krieg 1618-1648 eingeäschert. Die längere Zeit wüst liegende Stätte wurde dann 1657 wieder bebaut. Hierzu gab es folgenden Hinweis:
Betr. ass.24: Herzogliche Bewilligung der Bebauung der wüsten Clauskapellenstätte zu Westerode/Harz an Andreas Bothen mit einer Häuslingewohnung auf lastenfreien Hof von 1659
Die Glocke von 54cm Höhe und 47cm Durchmesser ist mit der Minuskel-Inschrift ¹) ´anno domini M CCCC XL (1440)´ = im Jahre des Herrn 1440 hat mich (die Glocke) Mathias erstellt (gegossen)
¹) Minuskelschrift ist eine Schriftart, welche meist in Klöstern befindlichen Schreibstuben im Mittelalter zum Duplizieren verwendet wurde
QUELLE
Auszug aus:
Beiträge zur Geschichte des Amtes Harzburg, Heft 6
CHRONIK des Kirchdorfes WESTERODE
Herausgegeben im Auftrage des Harzburger Altertums- und Geschichtsverein e.V. und der Gemeinde Westerode
von Dr.-Ing. Karl Ewald Schmidt zum Berge / Bad Harzburg 1972